Datum: 27. Juni 2026 um 14:44 Uhr
Dauer: 8 Stunden 49 Minuten
Einsatzart: Brand
Einsatzort: Wilzerstraße
Fahrzeuge: KdoW, ELW, LF 20, HLF 16, GW-T, MTW
Weitere Kräfte: DRK Notfallhilfe, EnBW Störstelle, FB Presse, FF Bretten, FF Bruchsal, FF Eggenstein-Leopoldshafen, FF Kronau, FF Pfinztal, FF Stutensee, FF Walzbachtal, KBM, Polizei, Rettungsdienst
Einsatzbericht:
Am Nachmittag wurde die Feuerwehr zu einem freistehenden Gastank alarmiert, aus dem unkontrolliert Gas austrat. Was zunächst als überschaubarer Einsatz begann, entwickelte sich aufgrund der stetig zunehmenden Druckverhältnisse im Tank zu einem stundenlangen Großeinsatz mit umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen.
Erstmaßnahmen und Lageerkundung
Nach Eintreffen der ersten Kräfte wurde der Tank, ein Flüssiggastank, umgehend mit einem C-Rohr gekühlt. Parallel wurde versucht, über den Gasversorger eine zuständige Fachfirma zu erreichen. Die Recherche gestaltete sich jedoch schwierig, da der ursprüngliche Hersteller diese Sparte bereits vor Jahren aufgegeben hatte und keine Unterstützung leisten konnte.
Eskalation der Lage
Trotz der Kühlung mit zwischenzeitlich zwei Wasserwerfern stieg der Druck im Tank weiter an. Die Feuerwehr zog die Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem-Beratung (TUIS) hinzu, die den Einsatz eines Flüssiggasnotdienstes empfahl. Ein Vollalarm für die Feuerwehr Weingarten wurde ausgelöst, zusätzlich wurden eine Drehleiter, ein Lüftungsfahrzeug sowie ein Abrollbehälter Tank aus Nachbargemeinden nachgefordert. Zur Lageübersicht kam eine Drohne zum Einsatz.
Evakuierung und Betreuung
Als Vorsichtsmaßnahme wurde ein Evakuierungsradius von 120 Metern festgelegt. Die Polizei evakuierte die unmittelbar angrenzenden Gebäude in den umliegenden Straßen. Die betroffenen Anwohner wurden in einem klimatisierten Bereich einer nahegelegenen Halle untergebracht, wo Gemeindemitarbeiter die Betreuung übernahmen. Eine Person musste wegen Kreislaufproblemen dem Rettungsdienst übergeben werden. Messungen in den umliegenden Gebäuden ergaben keine Gaskonzentration.
Abfackeln und Abtanken
Nach umfangreicher Vorbereitung wurde das kontrollierte Abfackeln des Gases eingeleitet, das ab 19:51 Uhr durchgeführt wurde. Der Brandschutz wurde über Düsenschläuche sichergestellt, zusätzlich kühlten zwei C-Rohre die angrenzenden Gebäudefassaden im Bereich der Fackel. Parallel wurde der Tank weiterhin mit einem Wasserwerfer gekühlt. Nach Beendigung des Abfackelns wurde das Abtanken des verbleibenden Gases vorbereitet. Ein Tankzug pumpte den größten Teil ab, wodurch die Gefahr gebannt werden konnte. Die Evakuierungen wurden bis auf die beiden unmittelbar angrenzenden Gebäude aufgehoben, die eingesetzten Kräfte sukzessive reduziert.
Abschlussmaßnahmen
Im Verlauf des Einsatzes wurde festgestellt, dass im Keller eines Nachbaranwesens großflächig Wasser stand, welches durch die Feuerwehr abgepumpt wurde. Nach Abschluss aller Maßnahmen wurde die Einsatzstelle an den Eigentümer übergeben. Der Einsatz konnte damit beendet werden.
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